Joseph Incardona, Striptease

Aus dem Französischen von Daniel Oesch

Foto von Buchumschlag Striptease

André Pastrella vertrödelt sein Leben zwischen miesen Jobs, Alkohol und unerreichbaren Frauen. Eben noch verbrennt der sympathische junge Taugenichts seinen Romananfang mit einem Schuss Smirnoff im Waschbecken seiner Genfer Sozialwohnung, da macht er eine folgenreiche Entdeckung: die Romane von John Fante, in dem der Möchtegern-Autor sein Alter Ego findet. Zum Schriftsteller aber taugt André nicht. Zum Geschäftemacher oder Ganoven ebenso wenig. Überall wird der Sohn sizilianischer Gastarbeiter zum Außenseiter gestempelt.

 

TEXTAUSZUG
Ich schrieb in Schüben. Ich brachte keine echte Disziplin auf. Ich schrieb, um mich selbst zu bestätigen, um mir selbst nicht unnütz vorzukommen. Ich las praktisch alles, was ich zwischen die Finger kriegte, und mit Vorliebe Krimis aus der Série noire. Mein Roman erzählte übrigens von den Widrigkeiten, mit denen ein Detektiv zu kämpfen hatte, wenn er in einer schmutzigen Ge­schichte ermittelte, für die eine von Bösewichten heimgesuchte futuristische Stadt die Kulisse abgab. Ich hatte schon eine ganze Menge Seiten vollgeschrieben, aber mit Ausnahme von ein paar Passagen blieb es eine dünne Brühe.


Die Übersetzung wurde unterstützt von Pro Helvetia.

Das französische Original erschien 2014 unter dem Titel Le cul entre deux chaises bei BSN Press, Lausanne

Erscheint im Oktober 2020, 160 Seiten, ISBN 978-3-9524752-2-5  CHF 25 / € 22

Erhältlich auf Bestellung in jeder Buchhandlung