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Dieser Roman erzählt eine wahre Begebenheit vom Ende des Zweiten Weltkrieges im rauen und sittenstrengen Neuenburger Jura. Im kleinen Dorf La Brévine – wegen seiner winterlichen Kälte auch als das „Sibirien der Schweiz“ bekannt – verlieben sich zwei junge Menschen: die 15-jährige, einheimische Jeannette und der 22-jährige, zugezogene Tessiner Bäckergeselle Antonio. Doch ihre Liebe über die religiösen, kulturellen und sprachlichen Grenzen hinweg ist für seine katholischen Eltern ebenso undenkbar wie für ihre protestantische Familie. Als Jeannette schwanger wird, gerät das Paar in eine ausweglose Lage.

Eindrücklich und mit großer Detailkenntnis schildert der Roman die harte Arbeitswelt und die bittere Armut der Landbevölkerung in den Neuenburger Bergen wie auch im Tessin der Jahre 1944/45. Die Stille innerhalb der verschlossenen Bauersfamilien bildet nicht nur die erdrückende Atmosphäre des Romans, sondern wird zu einer eigenmächtigen „Gewalt des Schweigens”.

buchcover wind und schweigen farbig

Buchgestaltung Manù Hophan

TEXTAUSZUG

Hier im Tal neigte man dazu, seine Gefühle eher mit Tieren als mit Menschen zu teilen. Oft sprach man freundlich mit ihnen: «Weiter, meine Schöne, weiter. Ruhig, ganz ruhig. Jetzt komm schon, mein Kleiner…» Bisweilen ging es aber auch wüster zu: «Wart bloß, du Miststück, du Saumore, du Dreckvieh… Dir werd ich’s zeigen…» Und die Worte begleitete ein kräftiger Schlag, Tritt oder Stockhieb, wie es gerade kam. Schimpfwörter und Schläge waren häufig im Umgang mit den Tieren… aber auch unter den Menschen. Hinzu kam eine erdrückende und gewiss noch schlimmere Art der Gewalt, die Gewalt des Schweigens. Manchmal lebten Eheleute und auch ganze Familien zusammen, ohne je miteinander zu reden.

Französisches Original: Le vent et le silence, 2017
Éditions G d’Encre, Le Locle
Deutsche Übersetzung von Katja Meintel
Die Übersetzung wurde unterstützt von Pro Helvetia.

September 2020, 168 Seiten
ISBN 978-3-9524752-3-2
CHF 25 / € 22

Erhältlich auf Bestellung in jeder Buchhandlung.

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